Laternen der DDR-Mangelwirtschaft

Direkt nach dem II. Weltkrieg hatte die Firma FROWO einen Vorteil gegenüber den übrigen Laternenproduzenten in Deutschland und den angrenzenden Ländern.

 

Sie konnten ihren Maschinenpark und erfahrene Beschäftigte über den Krieg retten und hatte somit einen Startvorteil.  Die Firma FROWO konnte somit grundsätzlich kurzfrisitig mit einer neuen Produktion beginnen - wenn nicht die Probleme mit der Materialversorung (insbesondere geeignete Bleche und Drähte) gewesen wären.

 

Zunächst waren diese Probleme kriegsbedingt und konnten durch den Erwerb von Resten aus der Produktion von Nier-Feuerhand und einen regen "Tauschhandel" mit anderen Firmen teilweise behoben werden.

 

Nachdem sich aber die Planwirtschaft der DDR etabliert hatte, wurde diese Materialknappheit chronisch. Insbesondere als zunächst privatwirtschaftlich organisiertes Unternehmen wurde die Firma FROWO nicht im nötigen Umfang mit Rohmaterialien beliefert. Verschärfend kam hinzu, dass bestimmte Vorprodukte importiert werden mussten.

 

Diese Probleme wurden unter anderem mit einer "situationsorientierten Produktpolitik" angegangen. Wenn Teile für Laternen nicht produziert werden konnten, nahm man was verfügbar war und baute daraus interessante Kombinationen.

 

Aus diesem Grund ist es wahrscheinlich unmöglich eine komplette Sammlung aller FROWO-Laternen aufzubauen.

 

Die Versionen der FROWO 660 wurden bereits bei den Dead-Flame-Lampen aufgeführt. Den restlichen Objekten widmet sich dieser Abschnitt.

 

FROWO 420, 425 und 435

Bei den Laternen mit den Nummern 420, 425 und 435 gibt grundsätzlich folgende Regel:

 

  • FROWO 420 - Kurbelheber und waagerechter, abnehmbarer Glasschutz
     
  • FROWO 425 - Kurbelheber und gekreuzter Glasschutz
     
  • FROWO 435 - Ringheber und waagerechter, abnehmbarer Glasschutz

 

Diese Regel wurde jedoch je nach Notwendigkeit "über Board geworfen".

 

Folgende Varianten befinden sich in meiner Sammlung:

FROWO 420 mit Oberteil einer FROWO 435

FROWO 420 mit Glasschutz einer FROWO 425

FROWO 435 mit Oberteil einer FROWO 425

FROWO Nacht-, Wand- und Tischlämpchen

In der Vorkriegszeit wurden von der Firma FROWO eine Reihe von Nacht-, Wand- und Tischlämpchen produziert. 

 

Diese waren entweder als kombinierte Wand- und Tischlämpchen mit einem abknickbaren Fuß ausgeführt oder als "Taumellämpchen", die durch ein Gewicht im Fuß gegen Umfallen gesichtert waren.

 

Nach dem Krieg bestand offensichtlich noch Bedarf an solchen Lämpchen, jedoch fehlten wahrscheinlich Teile, um die Standfüße abknickbar zu machen. Ebenso wurden keine Taumellämpchen mehr gebaut, sondern diese ohne eingebautem Gewicht, als Tanks für die Tischlämpchen verwendet.

 

Ebenso wurden aus Teilen der Ölkännchen, die die Firma FROWO ebenfalls gebaut hat, oder aus Teilen der Benzollampen, Lämpchen hergestellt und diese zum Teil zusätzlich mit Tragegriffen versehen.

 

Es wurde wahrscheinlich für die Produktion auf Restbestände aus der Vorkriegszeit zurückgegriffen.

 

Die Lämpchen waren zum Teil grün lackiert, um die Materialunterschiede zu verstecken.

 

Folgende Varianten befinden sich unter anderem in meiner Sammlung:

FROWO 1021 mit festem Fuß

FROWO 677 mit festem Fuß

Camerco/Wiman 412 mit festem Fuß (FROWO produzierte für Camerco/Wiman)

FROWO 677 mit festem Fuß und Wandhalter

Lämpchen mit Wandhalter

Lämpchen mit flachem Tragegriff

Lämpchen mit Trageöse

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© Hans-Werner Jehn
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